sebastian
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Der letzte Tanz im Lederwerk - 19/01/2010 09:09
Das habe ich gerade in der OTZ gefunden:
Am kommenden Wochenende ist noch einmal Party angesagt: Über 30 DJs werden auf vier Etagen zwei Tage lang Platten auflegen. Danach schließt die Diskothek Club Lederwerk in Neustadt ihre Pforten. Möglicherweise für immer. "Ich werde mich bemühen, einen Käufer zu finden, der das Lederwerk wieder zum Leben bringt", sagte Inhaber Reinhold Birk gestern auf OTZ-Anfrage.
Der 62-jährige Betreiber aus Bodelwitz wolle aus gesundheitlichen Gründen geschäftlich kürzer treten, erklärte er weiter. Seine Freemod-Bekleidungsläden habe er bereits an seine Frau übertragen, das Lederwerk wolle er ganz aufgeben und sich nur noch auf die Hausverwaltung und Grundstücksvermarktung konzentrieren.
Reinhold Birk will einen Nachfolger finden, der - anders als er - jedes Wochenende Diskotheken veranstaltet. Denn die Einrichtung habe ein großes Stammpublikum aus dem Umkreis von 50 Kilometern, aber auch treue Gäste, die regelmäßig aus Berlin, Köln und Frankfurt/Main in die Orlastadt kommen, weil "sie die Location geil finden", sagte Birk. Das Besondere an dem Haus sei, dass sich die vier Tanzsäle in einem alten Fabrikgebäude befinden. "Wir können bei kleinere Veranstaltungen nur einen oder zwei Floors öffnen, bei größeren alle vier. Baulich bestehen noch Erweiterungsmöglichkeiten", sagte Reinhold Birk. Er hatte den um 1900 errichteten Fabrikkomplex an der Orla im Jahr 2003 bei einer Immobilienauktion ersteigert und rund eine halbe Million Euro in die Sanierung des Gebäudes gesteckt. In dem unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk wurden früher nicht nur Felle verarbeitet, sondern auch über eine Dampfmaschine mit Generator ein großer Teil von Neustadt mit Strom versorgt.
Mitte 2004 hatte Birk im Erdgeschoss ein Internet-Café und eine Musikbar eröffnet, kurz darauf im ersten Obergeschoss den ersten Teil des Clubs. Nachdem dieser zu klein wurde, erweiterte sich die Diskothek im einstigen Maschinenhaus. Über 200 Disjockeys und Live Acts haben die Gäste in den vergangenen Jahren zum Toben gebracht. Im Januar 2009 feierte der Club Lederwerk sein dreijähriges Bestehen mit über 1200 Gästen. Die Abschiedsparty am Freitag und Samstag jeweils ab 21 Uhr soll "die gewaltigste Party werden, die das Lederwerk je gesehen hat", verspricht Reinhold Birk.
Beim geplanten Verkauf will er darauf achten, dass das Lederwerk nicht in die Hände von Rechtsextremen gerät. "Wir haben mit unserer Security in den vergangenen Jahren stets darauf geachtet, dass die rechte Szene draußen bleibt. Und so soll es auch bleiben", sagte der Noch-Eigentümer .
Da bin ich mal gespannt, was da passieren mag...
Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. |